Ich werde am Mittwoch, 7.12.2011 einen Workshop mit dem Titel “Die Trennung von Lernen und Arbeiten erstickt Kreativität und Innovation” halten.
Wir trennen Lernen und Arbeiten, Theorie und Praxis. Damit wollen wir den Menschen auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorbereiten. Das selbständige, kompetente, neugierige und kreative Individuum gilt als die Quelle gesellschaftlichen Wohlstandes.
Was bedeutet dieser Zugang für den konkreten Menschen?
- Menschen wollen als Individuum ernst- und wahrgenommen werden und wir belehren und benoten sie und machen die Benotung, Zeugnisse und Zertifikate zum zentralen Element gesellschaftlicher Teilhabe.
- Menschen wollen an der Gesellschaft teilhaben und wir „sperren“ sie in Bildungs- und Sozialeinrichtungen ein und überlegen uns, wie wir ihnen jenes beibringen können, was sie für ihr und für das gesellschaftliche Leben brauchen.
- Menschen wollen die Gesellschaft mitgestalten und aktiv sein und wir sagen ihnen, dass sie dafür erst dieses und jenes von uns lernen müssen.
Mit diesem Verständnis von Bildung und sozialer Arbeit schieben wir uns zwischen dem Menschen und allem, was Menschen lernen wollen und wir als Gesellschaft und Wirtschaft von ihm erwarten.
Wenn der neugierige, kompetente und kreative Mensch wirklich die Quelle gesellschaftlichen Wohlstandes sein soll, müssen wir mit (!) ihm Räume entwickeln, in dem Handeln und Lernen so gekoppelt sind, dass er weder arbeitet, um zu lernen, noch lernt, um zu arbeiten.
Abhängig von der Anzahl und der Zusammensetzung der TeilnehmerInnen werden folgende Fragen gemeinsam vertieft:
- Wie können solche Räume aussehen, bzw. welche Voraussetzungen brauchen Menschen in Bildungs- und Sozialeinrichtungen, um erfolgreich am (Arbeits)Leben teilnehmen zu können?
- Was nützt der Wirtschaft die Verbindung von Lernen und Arbeiten, welche Begegnungsorte zwischen Arbeitgeber und zukünftigen Arbeitnehmer können dadurch entstehen und wie können sie entwickelt werden?
- Welche Wirkung hat so ein Verständnis auf das Lernen in Bildungsinstitutionen?
- Möglichkeiten zur Implementierung dieses Zuganges im eigenen Umfeld werden diskutiert